MAUREMYS NIGRICANS - Chinesische Rothalsschildkröte

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Vorwort

Wir können Dank eines befreundeten Züchters über die Mauremys nigricans (GRAY, 1834) bzw. Chinesische Rothalsschildkröte berichten, der uns ebenfalls diese brillianten Bilder zur Verfügung gestellt hat. Lebensraum der kastanienbraun bis schwarzen Schildkrötenart sind kühle Bergbergbäche mit Granitbrocken durchsetzt und teilweise überhängender Ufervegetation in 300 - 400 m Höhe. Es gibt scheinbar auch Hinweise auf noch deutlich höher liegende Lebensräume. Sehr viele Informationen zu dieser Art fehlen noch. So ist unklar, ob die dickköpfigen Exemplare, die bei dieser Art auftreten, heute allerdings kaum mehr in Terrarienhaltung vorhanden sind, eine Form aus einem bestimmten Verbreitungsgebiet ist oder gelegentlich in allen Populationen auftritt. Da heute keine Vorkommen in der Natur mehr bekannt sind, ist es unwahrscheinlich, alle Fragen zu klären. Es ist anzunehmen, dass die Chinesische Rothalsschildkröte durch menschliches Absammeln und Verzehr ausgerottet wurde.

Das ist Grund mehr, dieser Art häufiger im Terrarium zu halten. Leider teilt sie das Schicksal einiger auf den ersten Blick langweilig schwarz-brauner Schildkrötenarten, die zwischen 20 und 30cm groß werden können, eine nur begrenzte Fangemeinde zu besitzen. Dabei hat die Rothalsschildkröte eine sehr individuelle Kopf- und Kehlzeichnug, als Baby einen leuchtend rotorange Plastron mit bei jedem Tier unterschiedlichen schwarzen Fleckenmuster. Die Männchen haben darüber hinaus besonders in der Paarungszeit eine mehr oder weniger intensive rote Kopf und Halsfärbung. Auch das Verhalten dieser eher zurückhaltenden Art hat einige Besonderheiten. Es ist schon interessant zu beobachten, wenn sich bei Dunkelheit alle Mauremys nigricans auf dem sandgefüllten Landteil versammeln, sich mit warmen Sand einpudern und dort ganz oder teilweise die Nacht verbringen.

Haltung

Die Haltung dieser schönen und seltenen Wasserschildkröte ist nicht schwierig, es sind lediglich einige Punkte zu berücksichtigen. Der Wasserstand für ausgewachsene Tiere ist mit 20 - 25 cm ausreichend, sie sind keine überragenden Schwimmer. Versteckmöglichkeiten sind Pflicht, denn zum Wohlfühlen benötigen sie auch Rückzugsgelegenheiten. Sie bevorzugen eine ruhige Umgebung. Gut eignen sich unterschwimmbare Landteile, wie sandgefüllte Behälter oder Steinplatten. Von da aus sind eingewöhnte Exemplare dann auch bereit, bei der Fütterung vorsichtig Richtung vorgehaltenes Futter kommen. Der Landteil dient auch zum Sonnen, Schlafen und zur Eiablage. Eine oder mehrere Strahler darüber sorgen für Wärme von 37-40°C und Licht mit UV-Strahlung. Besonders Weibchen verbringen während der Eiablagephase viel Zeit darunter. Sie mögen dabei keine Störungen durch umherlaufende Personen, sonst fliehen sie ins Wasser.

Das Aquarium für ein ausgewachsenes Exemplar sollte mindestens 120cm Kantenlänge besitzen. Einer Gruppe von einem Männchen und 2 - 4 Weibchen sollten 2-3 qm Fläche geboten werden. Weibchen sind verträglich untereinander, auch gegenüber anderen Arten. Mehrere Männchen gemeinsam zu halten ist leichtsinnig, Stress oder Bisswunden sind wahrscheinlich.

Babys und Jungtiere sind bei flachem Wasserstand, je nach Größe bei 5 bis 10 cm, zu halten. Steinaufbauten mit griffiger Strukturl, die bis zur Oberfläche ragen und Spalten und Ritzen bilden, sind ideal, damit sich die Tiere wohlfühlen. Sie halten sich einen großen Teil des Tages zurückgezogen zwischen den Steine auf und klettern an ihnen zum Luftholen zur Wasseroberfläche. Aber auch sie halten sich manchmal dem Landteil auf oder übernachten dort.  

 




Keine Mauremys benötigt unbedingt kristallklares Wasser, jedoch sollte Schildkröten aus fließenden Bächen möglichst klares Wasser in ihren Terrarien haben. Die beste Möglichkeit sind der Wassermenge angemessene Außenfilter (für ein 200L Aquarium sollte ein Außenfilter für ein 360L Aquarium gewählt werden).  Wir haben beste Erfahrungen mit Außenfiltern der Marke EHEIM gemacht. Trotzdem sollte regelmäßig ein vollständiger oder teilweiser Wasserwechsel vorgenommen werden. Der Filter sollte so eingestellt sein, dass eine leichte bis mäßige Wasserbewegung vorhanden ist. Als Bodengrund ist Flusssand, eventuell auch mit etwas Kies gemischt, gut geeignet. Er unterstützt die teils laufende Fortbewegung im Wasser.

Die Temperaturansprüche von Mauremys nigricans an die Wassertemperaturen sind nicht sehr hoch. Messungen der Wassertemperatur im Lebensraum der Art zeigte im August Temperaturen von 17 Grad. Daher sind Wassertemperaturen im Sommerhalbjahr von 20 -24 °C ausreichend, was aber nicht für die Lufttemperatur gilt. Hier sind 25 - 30°C nötig. Im Winter reichen von Anfang Dezember bis Anfang März auch 12 -15 °C. In dieser Zeit machen die Schildkröten bei ausgeschalteten Wärmestrahlern eine Winterruhe, sind bei reduziertem Wasserstand inaktiv in ihren Verstecken. Das Wachstum ist im ersten Lebensjahr deutlich, aber dennoch benötigen Weibchen 10 Jahre bis zur ersten Eiablage.


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Schutzstatus / Erwerb

Mittlerweile eine in der Natur nicht mehr aufzufindende Schildkröte, trotzdem gibt es regelmäßig eine kleine Anzahl von Nachzuchten im Angebot. Es gibt Nachzuchtprojekte.   Diese Art ist meldepflichtig, WAII, Anhang B.

Verbreitung

Ursprünglich kam Mauremys nigricans nur in den südchinesischen Provinzen Guangdong und Guangxi vor, aber auch Funde in Fujian und im Norden Vietnams wurden erwähnt, allerdings nie bestätigt. Sie bewohnte dort Bergbäche in Höhenlagen in 300 - 400 m Höhe, eventuell noch höher. Die Art war auch vor ihrem Verschwinden nie häufig.

Größe

Die Weibchen erreichen ca. 20 cm Carapaxlänge, manchmal auch bis 25 cm. Die Männchen bleiben mit ca. 18 cm kleiner.

Geschlechter

Männchen sind kleiner, haben einen längeren Schwanz und deutlich dickeren Schwanzansatz als die Weibchen. Sie haben im Kopf- und Halsbereich eine Rotfärbung, die während der herbstlichen Paarungszeit deutlich intensiver ist. Auch bei Jungtieren ist im Alter von einem Jahr am Schwanz eine Geschlechtsbestimmung möglich, besonders im Vergleich. Bei den jungen Männchen ist im Herbst zwar noch keine rote Färbung am Kopf zu beobachten, aber die dann kaum mehr vorhandene Farbe des Bauchpanzers aus den ersten Monaten wird dann noch einmal kräftiger.  

Ernährung

Die Rothalsschildkröte bevorzugt tierische Kost (Fisch, Garnelen, usw. ) akzeptiert auch aber gelegentlich Pellets oder pflanzliche Kost wie Wasserlinsen.

 

 

BEMERKUNGEN

Die Art ist früher unter verschiedenen Namen beschrieben worden, sollte man ältere Informationen suchen, lohnt sich vor allem ein Blick unter Chinemys nigricans oder Chinemys kwangtungensis. Der deutsche Name Chinesische Rothalsschildkröte ist nicht glücklich gewählt, nur adulte Männchen haben eine Rotfärbung am Hals. Kwangtung-Bachschildkröte wäre eine sinnvollere Wahl gewesen. 

Bei Gefahr kann Mauremys nigricans einen intensiven, unangenehmen Moschusgeruch abgeben, um Angreifer abzuwehren. bereits aus dem Ei schlüpfende Babys haben diese Fähigkeit .

Wer sich für mehr Information über die dickköpfige Form der Chinesischen Rothalsschildkröte und ihre Vermehrung in der Erhaltungszuchtstation Turtle Island in Graz interessiert, dem sei der Link https://www.turtle-island.at/chinesische-rothals-schildkroete empfohlen. Es wird dort auf spannenden Seiten auch über viele Projekte und Forschungsschwerpunkte mit weiteren Schildkrötenarten berichtet.

  

 

Copyright by Marcin Janusz & Kristof Wiesekopsieker - Special thanks @ Uli Hennen

Kontakt

Ihr könnt uns über
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Der erste Pool aus dem Pools 2019 Projekt wurde aufgebaut, wir freuen uns auf die weiteren neun.

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