Sternotherus odoratus ( die gewöhnliche Moschusschildkröte), Sterntherus minor (die kleine Moschusschildkröte), Sternotherus carinatus (die Dach-Moschusschildkröte) und Sternotherus depressus (die Flache Moschusschildkröte)

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Vorwort

Moschusschildkröten der Gattung Sternotherus sehen den Klappschildkröte aus der Gattung Kinosternon auf den ersten Blick sehr ähnlich. Im Gegensatz zu den Klappschildkröten, die ihren Bauchpanzer mit Hilfe von zwei Scharnieren verschließen können, haben Moschusschildkröten einen zurückgebildeten Bauchpanzer und keine Scharniere. Sie sind dadurch beweglicher und kompensieren den fehlenden Schutz durch eine höhere Aggressivität. Bei Bedrohung verbreiten sie einen intensiven, unangenehmen Geruch, der namensgebend ist.
Die gewöhnliche Moschusschildkröte ist, da sie in großer Anzahl in den USA in Zuchtfarmen vermehrt wird, häufig und preiswert im Handel. Das fördert unüberlegte Spontankäufe, wodurch die Anzahl ungeliebter Abgabetiere sehr hoch ist.

Haltung

Moschusschildkröten sind Einzelgänger, erwachsene Männchen müssen deshalb generell einzeln gehalten werden. Auch für Weibchen ist diese Einzelhaltung empfehlenswert. Hält man zwei oder mehrere Weibchen gemeinsam, sind Aggressionen und Stress bei den unterlegenen Tieren sehr wahrscheinlich und genaue Beobachtung ist nötig. Trennung und die Einrichtung eines weiteren Beckens könnte dann notwendig werden.
Das Aquarium sollte je nach Größe bzw. Alter der Schildkröte die Maße 80 x 40 cm bis 100 x 50 cm betragen, mehr Fläche ist nie verkehrt. Der Wasserstand sollte bei kleinen Nachzuchten anfangs bei ca. 15cm liegen, erwachsene Moschusschildkröten bevorzugen um 30 cm. Die Tiere laufen gerne über den sandigen Bodengrund, klettern aber auch an der Inneneinrichtung zur Wasseroberfläche oder schwimmen frei im Wasser. Entsprechend soll für üppige Bepflanzung und gute Strukturierung mit Wurzelholz oder griffigen Steinen bis zur Oberfläche gesorgt werden. Gelegentlich nutzen die Schildkröten aus dem Wasser herausragende Einrichtungsgegenstände zum Sonnen, wenn auch deutlich weniger oft als z.B. Schmuckschildkröten. Durch die Einrichtung entstehend auch die wichtigen Versteck- und Ruhestellen. Ein Landteil, für Weibchen mit Sand gefüllt, teils bepflanzt, soll angeboten werden. Darüber ist eine Lampe, z.B. HQI, die den Bereich auf 35-40°C erwärmt, anzubringen. Die Art nutzt den Bereich auch gerne für nächtliche Landausflüge.
In der Aktivitätszeit sind Wassertemperaturen von 22 - 26 °C nötig, je nach Raumtemperatur ist also ein Heizstab einzusetzen. Eine Ruhephase im Winter von ca. 3 Monaten bei ca. 10 Grad sind artgemäß und wird zur dauerhaften Gesunderhaltung benötigt. Dieser Wert stellt wegen des großen Verbreitungsgebiets nur ein Richtwert darstellt. Tiere aus dem Norden des Verbreitungsgebiets müssen bei 4-5 Grad Wassertemperatur überleben, Tiere aus den südlichsten Bereichen überwintern weitgehend bei 10 -15 Grad. Die Wintertemperaturen sind in den Übergangsphasen über ca. 4 Wochen auf die höheren Sommertemperaturen anzupassen. Eine Ruhephase ist        
Ein ausreichend dimensionierter Filter sorgt für klares Wasser und dient der Gesundheit der Schildkröten.
Im Hochsommer können Gewöhnliche Moschusschildkröten auch in gesicherten Freilandanlagen gehalten werden, wenn sanft ansteigende Randzonen und reichliche Bepflanzung vorhanden sind. Unter diesen Bedingungen sind die Tiere allerdings nicht regelmäßig zu beobachten und entsprechend schlecht zu kontrollieren.

Die Haltungsbedingungen lassen sich auch auf die anderen Moschusschildkrötenarten übertragen, wenn man diese wie Gewöhnliche Moschusschildkröten aus den südlichen Herkunftsgebieten überwintert und Haltungsversuche im Freiland sein lässt. Dies sind die kleine Moschusschildkröte (Sterntherus minor), die Dach-Moschusschildkröte (Sternotherus carinatus) und die Flache Moschusschildkröte (Sternotherus depressus).     

Tabelle für Sternotherus carinatus:

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Tabelle für Sternotherus odoratus:

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Carinatus Galerie:
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Depressus Galerie

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Minor minor Galerie

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Odoratus Galerie

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Schutzstatus / Erwerb

Für die Gewöhnliche Moschusschildkröte (Sternotherus odoratus) besteht ebenso wie für die anderen Arten kein Schutzstatus.
Von dieser Art gibt es bei uns regelmäßig Nachzuchten

Verbreitung / Lebensraum

Die Gewöhnliche Moschusschildkröte hat ein recht großes Verbreitungsgebiet, es verläuft in der östlichen Hälfte im Norden der USA (Illinois, Wisconsin, bis Maine ) und im südlichen Kanada (Quebec, Ontario) nach Süden bis nach Florida und westlich in die Mitte von Texas.
Die Kleine Moschusschildkröte kommt in der südöstlichen USA (Georgia, Alabama, Florida) vor,
die Dach - Moschusschildkröte stammt aus dem Süden der USA (östliches Oklahoma und Mississippi, Texas).
Die Flache Moschusschildkröte hat ein kleineres Verbreitungsgebiet in Alabama.

Größe / Geschlechtsunterschiede

Diese Gewöhnliche Moschusschildkröte bleibt mit durchschnittlich 10 cm sehr klein. 8-14 cm sind mögliche Extremwerte. Männchen haben einen deutlich längeren und dickeren Schwanz als Weibchen und innen an den Hinterbeinen vergrößerte Hornschuppen.
Die Kleine Moschusschildkröte kann trotz ihres Namens 14 cm erreichen, ist aber meist kleiner (8 - 13 cm). Männchen haben einen deutlich längeren und dickeren Schwanz als Weibchen, dickere Köpfe und einen konkaven Bauchpanzer.
Die Dach - Moschusschildkröte ist mit durchschnittlich 15 cm Länge die größte Art der Gattung. Männchen haben einen deutlich längeren und dickeren Schwanz als Weibchen, dickere Köpfe und werden bis zu 18 cm groß. Weibchen erreichen nur 13 cm.
Die Flache Moschusschildkröte erreicht bis gut 11 cm Carapaxlänge, Männchen haben einen deutlich längeren und dickeren Schwanz als Weibchen.

Ernährung

Diese Arten ernähren sich überwiegend fleischhaltig. Besonders gern genommen werden Regenwürmer, Fisch- und Muschelfleisch, Schnecken, Garnelen, Rinderherz usw., auch selbst hergestellter Schildkrötenpudding ist geeignet. Mückenlarven sind bei ganz jungen Tieren beliebt. Pflanzenkost wird selten angenommen, Wasserlinsen sollte man gelegentlich anbieten.

Copyright by Marcin Janusz & Uli Hennen - Special thanks to Patricia Lorenz & Hendrik Pempelfort

Kontakt

Ihr könnt uns über
kontakt@wasserschildkroeten-auffangstation.de
oder das Kontaktformular erreichen.

News

August 2019
Ein weiterer Raum wird zum Tropenraum umgebaut.

April 2019
Der erste Pool aus dem Pools 2019 Projekt wurde aufgebaut, wir freuen uns auf die weiteren neun.

Dezember 2018
Neues Projekt mit Turtle Island gestartet zur Rettung der Art „Elusor“.

Juni 2018
Die Moschusteichanlage und der Sumpf-Pool sind fertig. Der WDR hat unsere Arbeit gefilmt.

März 2018
Der Tropenraum wurde um einen weiteren Anschlussraum erweitert.

Januar 2018
Neues System für Zimmerteiche wurde entwickelt. Darüber hinaus werden mehr Regalsysteme eingesetzt

September 2017
Unsere Homepage wurde komplett überarbeitet, sodass die Mobile-Ansicht auch funktioniert.
Die beiden Live-Streams für unsere Paten sind online gegangen.

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