Beschreibung und Informationen zur Haltung einer CHELUS FIMBRATUS/ORINOCENSIS - FRANSENSCHILDKRÖTE

CHELUS FIMBRATUS/ORINOCENSIS - FRANSENSCHILDKRÖTE unter wasser mit beleuchtung wunderschöne aufnahme bild fische guppy

Infos zu der Art FRANSENSCHILDKRÖTE

Die Art chelus fimbratus/ orinocensis, auch unter Mata Mata bekannt, befindet sich zurzeit im Wandel. Es gibt Erkenntnisse, dass es sich um zwei verschiedene Unterarten einer Art handelt, die zurzeit noch als eine Art benannt ist. Dafür wird die Population aktuell genauer untersucht, was sich aufgrund ihrer Lebensweise und ihrem Lebensraum als schwierig gestaltet.

Haltung einer CHELUS FIMBRATUS/ORINOCENSIS

Da die Fransenschildkröten aus der tropischen Zone mit weitgehend ganzjährig gleichen Temperaturen stammen, (siehe Klimatabelle), benötigen die Tiere ein dementsprechend beheiztes, gut gefiltertes Aquarium.
Der hoch eingebrachte Bodengrund sollte feinsandig oder schlammig sein, da die Tiere sich in diesem am besten eingraben und lauern können. Zusätzlich sollte das Becken gut strukturiert sein, da die Tiere nicht die besten Schwimmer sind und Kletterhilfen brauchen, um an die Wasseroberfläche zu kommen. Hier eignen sich Mangrovenhölzer, welche dem Becken auch eine Amazonasatmosphäre verleihen. Gleichzeitig können auch diverse Wasserpflanzen mit eingebracht werden.
Für Jungtiere sollte der Wasserstand von 30cm nicht überschritten werden. Am besten liegt sie zwischen 20 und 30cm. Bei ausgewachsenen Tieren kann die Höhe dann problemlos bis 60cm betragen. 
Im Sommer sollte die Wassertemperatur zwischen 25-28 Grad liegen im Herbst reicht 22-25 Grad.
Hier muss darauf geachtet werden, dass sie Lufttemperatur nicht unter der Wassertemperatur liegt, da die Tiere sich sonst schnell eine Lungenentzündung holen können. Dies kann einfach durch z.B. eine Aquarienabdeckung vermieden werden. 
Die Tiere benötigen keine UV-Beleuchtung, da sie sich nie sonnen. Es reicht ein Halogenspot oder eine Leuchtstoffröhre. 
Halogenspots besitzen den Vorteil, dass sie zusätzlich Wärme abgeben, und bei einem abgedeckten Aquarium somit die Luft erwärmt.

Schutzstatus / Erwerb FRANSENSCHILDKRÖTE

Die Fransenschildkröten gehören aktuell nicht zu den gefährdeten Arten.
Mittlerweile wird die Fransenschildkröten mehr oder weniger gut in menschlicher Obhut vermehrt, was dazu beiträgt, dass weniger Tiere importiert werden müssen. Die Artzugehörigkeit sollte vor der Vermehrung geklärt sein, um die Produktion von Hybriden zu verhindern.

Größe CHELUS FIMBRATUS/ORINOCENSIS

Die Tiere haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet, daher sind die Größen je nach Population unterschiedlich. Meist werden sie zwischen 30 und 40 cm groß, Rekordgrößen von 45cm bei 9kg Gewicht sind bekannt.
Um diese Größe zu erreichen, brauchen die Tiere allerdings sehr viele Jahre.

Verbreitung / Lebensraum FRANSENSCHILDKRÖTE

Die Fransenschildkröten kommen im nördlichen und mittleren Südamerika vor, bewohnen dort die Flusssysteme des Amazonas und des Orinoko. Sie kommen in den Ländern Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Guyana und Brasilien vor.

Durch genetische Untersuchungen ist ein alter Verdacht bestätigt worden, dass es sich bei den Fransenschildkröten um zwei Arten handelt. Im Amazonassystem lebt Chelus fimbratus, im Orinokosystem Chelus orinocensis.

Die Tiere sind keine ausdauernden Schwimmer und leben versteckt in ruhigen Seen, Tümpeln und langsam fließenden Seitenarmen von Flüssen mit schlammigen Bodengrund.  Eingegraben holen sie mit der dünnen und spitzen Nase an der Wasseroberfläche Luft. Insgesamt führt diese gut getarnt Schildkröte ein verstecktes Leben und sind überwiegend in der Dämmerung und Nacht aktiv.

Ernährung einer CHELUS FIMBRATUS/ORINOCENSIS

Fransenschildkröten ernähren sich überwiegend carnivor. Die Tiere fressen alles, was sich bewegt. Im jungen Alter kann man die Tiere bestens mit Guppy ernähren. Die Fische lässt man im Aquarium schwimmen und die Schildkröten fangen sich diese selber (Sehr interessantes Jagdverhalten durch Saugschnappen). Ebenso kann man die Tiere auch mit aufgetauten Frostfisch, mit Rinderherz, Muschelfleisch oder ähnlichem füttern. Sehr praktisch ist, dass man die Tiere auch über längere Zeit alleine lassen könnte, wenn man für ausreichenden Fischbestand im Becken sorgt. So ernährt sich das Tier von alleine.