Bemerkungen zum Thema Teichhaltung bei Wasserschildkröten

Eine Teichhaltung bietet Schildkröten einige Vorteile. Platzangebot, natürliches Sonnenlicht und Lebensraum mit Bodengrund, Verstecken und Pflanzenwuchs kann man in keinen Becken so gut bieten.

Vergleicht man jedoch die Klimatabellen mitteleuropäischer Städte mit denen der Heimatgebieten unserer Pfleglinge, sieht man schnell, dass ein mitteleuropäischer Sommer auch in den wärmsten Monaten in Sachen Temperaturen und Sonnenscheinstunden nicht mithalten kann. Die hier erreichten Durchschnittstemperaturen von 17 – 20 Grad werden durchweg deutlich überschritten. Auch im Norden der USA oder im Süden Kanadas werden ein paar Grad mehr erreicht.

Daraus lässt  sich erkennen, dass abgesehen von der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) keine Art für die bedingungslose Haltung im Teich geeignet ist. Häufig gehalten Arten    wie Schmuckschildkröten (Trachemys scripta), Zierschildkröten (Chrysemys picta) und Chinesische Dreikielschildkröten (Mauremys reevesii) finden nur in den Monaten Juni bis August halbwegs erträgliche Bedingungen. Eine erfolgreiche Vermehrung ist  trotzdem nicht zu erwarten.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Bedingungen im Teich zu verbessern. Das beginnt beim Standort. Für die Schildkrötenhaltung eignen sich nur annähernd unbeschattete Standorte. Die Teiche sollten viele Flachwasserzonen mit 10 -20 cm Wasserstand besitzen. Hier wird das Wasser besser und schneller erwärmt. Steile Wände sind ebenso wie glatte Untergründe (Teichfolien/Teichbecken) zu vermeiden. Bodengrund, Pflanzen, Gestein oder Holz ermöglichen den Schildkröten auch bei abgekühltem Wasser ein Erreichen der Wasseroberfläche. Ansonsten besteht die Gefahr des Ertrinkens.

Ein Variante, die Zeit im Teich deutlich zu verlängern, bietet die teilweise Verglasung mit Frühbeeten oder Gewächshäusern. Unter Glas erwärmen sich Luft und Wasser auch bei diffusen Sonnenlicht sehr schnell. Da wenig Luftaustausch stattfindet, bleibt die Wärme erhalten. So können sich die Schildkröten je nach Witterung die angenehmste Stelle im Teich auswählen. Eine Haltung im Teich von April/Mai bis September/Oktober ist so möglich. Die Gefahr von Erkältungskrankheiten ist reduziert.

Für Pseudemys-Arten aus dem Südosten der USA oder etwas Chinesische Streifenschildkröte, die aus noch wärmeren Regionen stammen, wandert der Teich am besten direkt in ein Gewächshaus.  So kann man diesen recht großwüchsigen Arten den benötigten Raum bieten. Aber auch viele weitere Arten aus den Subtropen lassen sich auf diese Art halten.

Und für Schildkrötenteiche gilt immer: Die ausbruchssichere Umrandung darf niemals vergessen werden.